Die Immobilienpreise in Istanbul und ganz Türkei verzeichneten im August 2024 deutliche Steigerungen, da die Hausverkäufe das höchste Niveau des Jahres erreichten. Laut Daten des Türkischen Statistischen Instituts (TÜİK) stiegen die Immobilienverkäufe im Vergleich zum gleichen Monat 2023 um 9,9 % auf insgesamt 134.155 verkaufte Wohnungen. Istanbul, Ankara und İzmir führten mit jeweils 19.467, 12.496 bzw. 7.044 Verkäufen.
Allerdings bremst der außergewöhnlich hohe Kreditkosten die Transaktionen mit Hypotheken. Die hohen Hypothekenzinsen trugen zu einem Rückgang der mit Hypothek verkauften Häuser um 17,1 % auf 13.574 Einheiten bei, was nur 10,1 % der Gesamtverkäufe ausmacht. Im Gegensatz dazu stiegen die Erstverkäufe von Immobilien um 18,7 % auf 41.913 Einheiten, während Gebrauchtverkäufe einen Anstieg um 6,3 % auf 92.242 erreichten. Dies ist ein von der Regierung initiiertes Programm zur Bekämpfung der seit Sommer 2023 in der Türkei beobachteten hohen Inflation.
Nachlassendes Interesse ausländischer Käufer
Das nachlassende Interesse ausländischer Käufer, insbesondere aus Russland und der Ukraine, ist ein weiterer bemerkenswerter Trend. Die Verkäufe an Ausländer sanken im August um 26,2 % auf 2.257 Einheiten. Während Russland weiterhin das führende Herkunftsland ausländischer Käufer ist, hat Iran die Ukraine auf Platz zwei verdrängt. Antalya bleibt die beliebteste Stadt für ausländische Käufer, doch der Anteil der Auslandsverkäufe fiel stark von 27 % aller Verkäufe im Jahr 2023 auf nur 12 % im August 2024.
Immobilienpreise in Istanbul steigen weiterhin
Nach einem längeren Rückgang der Immobilienpreise sind die Preise in Istanbul und landesweit in den letzten zwei Monaten gestiegen – ein Anzeichen für eine Trendwende. Der türkische Hauspreisindex (HPI) zeigte, dass die Preise im August im Vergleich zum Vormonat um 3,6 % zunahmen, während sie nominal im Jahresvergleich um 34,3 % sprunghaft anstiegen. Analysten beobachten nun eine Markt-Konsolidierung bei gleichzeitigen Erwartungen der Öffentlichkeit, dass die Preise in den kommenden Monaten noch steiler steigen werden.
Ausblick: Zinsen und Angebotsengpässe
Experten prognostizieren, dass die Immobilienpreise in Istanbul und in ganz Türkei in den kommenden Monaten noch stärker steigen könnten. Die Zentralbank der Türkei wird voraussichtlich im Januar 2025 mit der Zinssenkung beginnen, was die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt weiter ankurbeln dürfte. Dies, kombiniert mit einem starken Rückgang des Angebots an neuen Wohnungen aufgrund eines Rekordtiefs bei Baugenehmigungen, könnte zu einem erheblichen Angebotsengpass führen. Der Mangel an neuen Wohnungen wird voraussichtlich die Preise weiter nach oben treiben, da die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage größer wird.
Für alle, die einen Immobilienkauf in Istanbul erwägen, sind diese Faktoren entscheidend zu beachten. Da sowohl die Nachfrage als auch die Preise voraussichtlich steigen werden – insbesondere bei fallenden Kreditzinsen – schließt sich das Zeitfenster für niedrigere Preise. Die anhaltenden Angebotsprobleme könnten Immobilieninvestitionen in Istanbul in Richtung 2024 noch wettbewerbsintensiver machen, was die Bedeutung eines schnellen Handelns in diesem dynamischen Markt unterstreicht.
Inflation in der Türkei im August durch Basiseffekt abgeschwächt
Im August zeigte der Verbraucherpreisindex (VPI) der Türkei Anzeichen einer Abschwächung, unterstützt durch einen günstigen Basiseffekt. Laut Daten des Türkischen Statistischen Instituts (TÜİK) betrug die monatliche Inflationsrate 2,47 %, während die jährliche Inflation auf 51,97 % sank, nach 61,78 % im Juli.
Die stärkste Preissteigerung wurde im Bildungssektor verzeichnet, mit einem monatlichen Anstieg von 11,34 % und erstaunlichen 120,81 % im Jahresvergleich. Der Wohnsektor erlebte ebenfalls erhebliche Preisanstiege, bedingt durch Erhöhungen bei Erdgas, mit einer monatlichen Inflation von 8,51 % und einer jährlichen Inflation von 101,49 %. Lebensmittel und alkoholfreie Getränke waren die einzige Kategorie, die einen monatlichen Preisrückgang von 1,10 % verzeichneten. Währenddessen setzte die Produzentenpreis-Inflation ihren Abwärtstrend fort, mit einem jährlichen Wachstum von 35,75 %, dem niedrigsten Wert seit 40 Monaten.
Die stellvertretende Gouverneurin der Zentralbank, Hatice Karahan, kommentierte die Inflationsdaten mit den Worten: „Die anhaltende Abschwächung der Kerninflationstrends ist entscheidend für den von uns angestrebten Disinflationspfad. Die August-Zahlen zeigen uns, dass sich die Inflation bei Gütern abschwächt, im Dienstleistungssektor jedoch weiterhin eine Trägheit besteht.“